Twitter Logo White On Blueglyph logo May2016

 

statistik

Archiv - 70 Jahre Österreich Rundfahrt

2017 Stefan Denifl (AUT)
2016  Jan Hirt (CZE)
2015  Gonzalez Victor De La Parte (ESP)
2014  Pete Kennaugh (GBR)
2013  Riccardo Zoidl (AUT)
2012  Jakob Fuglsang (DEN)
2011  Fredrik Kessiakoff (SWE)
2010  Riccardo Ricco (ITA)
2009  Michael Albasini (SUI)
2008  Thomas Rohregger (AUT)
2007  Stijn Devolder (BEL)
2006  Tom Danielson (USA)
2005  Juan Miguel Mercado (ESP)
2004  Cadel Evans (AUS)
2003  Gerrit Glomser (AUT)
2002  Gerrit Glomser (AUT)
2001  Cadel Evans (AUS)
2000  Georg Totschnig (AUT)
1999  Maurizio Vandelli (ITA)
1998  Beat Zberg (SUI)
1997  Daniele Nardello (ITA)
1996  Frank Vandenbroucke (BEL)
1995  Steffen Kjaergaard (NOR)
1994  Harald Morscher (AUT)
1993  Georg Totschnig (AUT)
1992  Walter Bonca (SLO)
1991  Roman Kreuziger (CSFR)
1990  Dietmar Hauer (AUT)
1989  Walter Bonca (YUG)
1988  Dietmar Hauer (AUT)
1987  Dimitri Konischew (UdSSR)
1986  Helmut Wechselberger (AUT)
1985  Olaf Jentzsch (DDR)
1984  Stefan Maurer (SUI)
1983  Kurt Zellhofer (AUT)
1982  Helmut Wechselberger (AUT)

1981  Gerhard Zadrobilek (AUT)
1980  Geir Digerud (NOR)
1979  Herbert Spindler (AUT)
1978  Jostein Wilman (NOR)
1977  Rudolf Mitteregger (AUT)
1976  Wolfgang Steinmayr (AUT)
1975  Wolfgang Steinmayr (AUT)
1974  Rudolf Mitteregger (AUT)
1973  Wolfgang Steinmayr (AUT)
1972  Wolfgang Steinmayr (AUT)
1971  Roman Humenberger (AUT)
1970  Rudolf Mitteregger (AUT)
1969  Matthijs de Koning (NED)
1968  Jan Krekels (NED)
1967  Rinus Wagtmans (NED)
1966  Hans Furian (AUT)
1965  Hans Furian (AUT)
1964  Eddy Schütz (LUX)
1963  Jan Pieterse (NED)
1962  Walter Müller (AUT)
1961  Stefan Mascha (AUT)
1960  Rene Lotz (NED)
1959  Stefan Mascha (AUT)
1958  Richard Durchlacher (AUT)
1957  Gunnar Göransson (SWE)
1956  Roland Ströhm (SWE)
1955  Lasse Nordvall (SWE)
1954  Adolf Christian (AUT)
1953  Francis Gelhausen (LUX)
1952  Franz Deutsch (AUT)
1951  Franz Deutsch (AUT)
1950  Richard Menapace (AUT)
1949  Richard Menapace (AUT)

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1949:

1. Rundfahrt: 23.7.1949 – 30.7. 1949

Das Organisationsteam unter Franz Hamedl hatte ein Budget von 80 000 Schilling zur Verfügung. Die Rennfahrer erhielten außer Quartier und Verpflegung zehn Schilling Taggeld.

Bürgermeister Theodor Körner schickt 46 Fahrer aus drei Nationen (AUT, ITA, FRA) vom Wr. Rathaus auf die Reise. Der älteste Starter: Der Wiener Josef Heinerer (43Jahre), der jüngster Starter: Der Steirer Alfred Sitzwohl (19Jahre). 33 Fahrer fanden sich im Endklassement.

Obwohl Österreich in vier Besatzungszonen geteilt war, wo an den Zonengrenzen (z.B. Semmering, Fluß Enns) die sogenannten I-Karten vorzuweisen waren, durfte das Feld der Rennfahrer diese Grenzen ohne Kontrolle passieren.

Richard Menapace, der Sieger, hatte auf den Zweiten, Franz Deutsch, 38:46 Minuten Vorsprung (REKORD!). Der Letzte, der Italiener Bertolini, hatte 5 Stunden 40 Minuten Rückstand. Die letzte Etappe nach Wien wurde eine Triumphfahrt für die „Helden der Landstraße“. Hunderte Fans fuhren mit Autos Fahr- und Motorrädern der Rundfahrt bis auf den Riederberg entgegen. Auf der Wiener Mariahilferstraße standen die Menschen dichtgedrängt, die Straßenbahnen standen still.

Die Überquerung des Großglockners mit dem Rad war noch nie bei einem Radrennen erfolgt und sorgte in diesen ersten Jahren für dramatische Momente: die Alufelgen wurden bei der Abfahrt zu heiß und verursachten zahlreiche Reifendefekte, die Österreicher versuchten es 1949 mit Holzfelgen, 5er Kränze, hakelige Schaltungen und Stahlgetriebe (49/51 Scheiben) ließen keine leichten Übersetzungen zu. Der Wiener Höfner erreichte 1949 nach mehreren Defekten mit einem von einem Touristen geliehenen Tourenrad das Ziel. 1953 ging es bei einer Etappe über den Pötschenpass (Naturstraße, 23%), wo dann die meisten Fahrer ihr Rad schoben. Reifenwechsel mussten die Fahrer selbst durchführen, was die um die Schultern geschlungenen Ersatzreifen erklärt. Die Autos der Begleiter hatten oft mehr Probleme als die Rennfahrer.

Strecke 1949-1954:
In diesem Zeitraum wurde von Wien ausgehend im Uhrzeigersinn in sieben Etappen in die Landeshauptstädte Graz, Klagenfurt, dann nach Lienz und über den Glockner nach Zell am See (1949-1951) oder Saalbach (1952-1954) gefahren. Nach einem Ruhetag in Kaprun ging es weiter nach Innsbruck, dann über Salzburg (4 Stunden Rast) nach Linz – Gesamtdistanz 281 km, die letzte Etappe führte von Linz auf der B1 nach Wien. Auf dieser Etappe wurden in den ersten Jahren die Fahrer von tausenden Zuschauern angefeuert – die Rundfahrt war zum Volksfest geworden.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1950:

Zu Frankreich und Italien kommen jetzt Fahrer aus Jugoslawien und Luxemburg dazu, sodass 4rer-Teams aus fünf Nationen am Start stehen. Richard Menapace gewinnt ein zweites Mal und beendet mit 36 Jahren seine Karriere. Er ist bis in die Siebziger für die Österreicher Symbol der Rundfahrt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1951/52:

Das steirische Urgestein Franz Deutsch gewinnt ebenfalls zwei Mal. Er schwor als Idealverpflegung auf einige Krügel Bier mit jeweils einem Underberg.

Überhaupt gab es noch keine wissenschaftlich ausgetüftelte Verpflegung: Zeitlich in der Früh aß man Steak, Käse steckte man ins Trikot, manche Fahrer tranken rohe Eier oder viel Milch.

Der Luxemburger Charly Gaul wird 1951 und 1952 Glocknerkönig. Als Berufsfahrer gewinnt „der Engel der Berge“, wie er von den Fans genannt wurde, Tour de France (1958) und Giro d´Italia (1956, 1959).

Von Berufsfahrern will die 1948 gegründete ÖRK allerdings nichts wissen und lehnt eine Profirundfahrt ab. ÖR wird daher bis 1995 nur für Amateurmannschaften ausgeschrieben. Ab 1996 mit Einführung der Einheitslizenz nehmen auch Sportgruppen an der ÖR teil.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1953:

Mit Francis Gelhausen, einem Weinbauer aus Luxemburg, gewinnt erstmals ein Gast aus dem Ausland. Ebenfalls am Start der spätere Doppelweltmeister der Profis Rik van Looy.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1954:

Mit Adolf Christian gewinnt erstmals ein Wiener die Rundfahrt. Als Profi erzielt er 1957 bei der Tour de France den 3. Gesamtrang.

 

Die Berichterstattung dieser Jahre:
Der Radio-Sender Rot-Weiß-Rot berichtet täglich um 9 Uhr und 22:05Uhr, Reporter sind Ing. Edi Finger und Heribert Meisel.

Printmedien:
u.a. Wiener Kurier: Heribert MeiselNeues Österreich: Ludwig Stecewicz, er schreibt bis 1959 11 Mal über die Tour und ist unter anderem mit einem Goggomobil T 700 unterwegs.Sportschau: Martin Maier (später beim Kurier).

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1955-58:

1955 fand die erste Rundfahrt durch ein freies Österreich ohne Zonengrenzen statt. Und erstmals führte die erste Etappe nicht nach Graz, sondern auf der B1 nach Linz.Die noch sehr defektanfälligen Rennmaschinen führen sehr oft zu skurrilen Situationen. So verliert Nationalfahrer Wukisevits nach einem Raddefekt auf der Gerlos die Nerven und schleudert zuerst sein Rad und ein zweites, unbrauchbares Ersatzrad in die Tiefe, mit einem Stock bewaffnet maschierte er sodann bergauf – schließlich bekam er ein taugliches Ersatzrad. Mit diesem Wutausbruch war er in allen Medien.

1955, 1956 und 1957: Die Schweden erobern die Rundfahrt und stellen drei Gesamtsieger in Folge (Nordvall, Ströhm, Göransson). Die Elite der Österreicher verzettelte sich im Kampf Junior gegen Puch, sodass eine gedeihliche Zusammenarbeit nicht zustande kam.

1957 nimmt erstmals eine Nationalmannschaft aus der DDR an der Rundfahrt teil. Etappen über 200 Kilometer waren in diesen Jahren keine Seltenheit. So standen 1957 die Etappe Wels-Wattens, 245 km, und Graz- Wien, 261 km, (mit Halbetappenziel Eisenstadt) auf dem Programm. Im Lauf dieser Etappe zählte man auf Grund unzähliger Baustellen über 70 Defekte, oft stand alle 200 Meter ein Fahrer Reifen wechselnd am Straßenrand.

Die Hohe Warte, das Fußballstadion der Vienna, des ältesten Wiener Fußballklubs, war einmaliges Endziel.

1958 – 10 Jahre Österreichrundfahrt

Einige Neuerungen prägten das Jubiläum: Der Ruhetag nach dem Glockner wurde auf Wunsch der Fahrer gestrichen. Zum ersten Mal fand ein Einzelzeitfahren statt: Strecke um Ried im Innkreis, Länge 33km.

Franz Deutsch fährt seine zehnte Rundfahrt. Nach einer, nach heutiger Diktion, #me too – Affäre im Quartier wird ihm ein diskreter Abgang nahe gelegt, er sollte auf der folgenden Etappe mit „Magenkrämpfen“ aufgeben. Der Steirer gewann aber die Etappe, trotz mehrmaliger Aufforderung der Rennleitung aus dem Begleitauto endlich mit „Magenkrämpfen“ aufzugeben,  und musste schließlich von der Rennleitung disqualifiziert werden. Damit war seine Verfehlung öffentlich geworden. Kein ehrenvoller Abgang nach zehn Tourstarts.

Nach den „Jahren der Schweden“ siegte mit dem Steirer Richard Durlacher, der im Vorfeld schon die Englandrundfahrt gewonnen hatte, wieder ein Österreicher. Mit Kurt Schweiger und Stefan Mascha landen zwei weitere Österreicher auf dem Podest.

 

Die Berichterstattung dieser Jahre:
Edi Finger, Max Pfliger; Karl Pointner, Schriftsetzerlehrling aus Döbling, beobachtete 1958 aus dem Begleitauto die Tour. Ab 1960 schreibt er in der „Krone“ und wird sie über Jahrzehnte begleiten. Er ist wohl einer der exzellentesten Kenner der ältesten österreichischen Radsportveranstaltung.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1959:

Erstmals wurde das Rennen wegen Schlechtwetter (Schneefall) am Fuscher Törl abgebrochen. Die Fahrer wurden in Postbussen ins Tal gebracht.Stefan Mascha, vom RV Puch, gewinnt 1959 und 1961.  

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1960:

Erstmals nimmt eine Mannschaft aus der UdSSR an der Rundfahrt teil.                                                

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1961:

Zahlreiche Neuerungen beleben das Geschehen.

Bis 1960 konnten sich Einzelfahrer neben den internationalen 4rer-Teams auf der ersten Etappe für die Teilnahme qualifizieren. Ab 1961 bestritten im Vorfeld zusammengestellte 5er Mannschaften die Tour. Die Rundfahrt kommt mit der Etappe Reutte-Bregenz erstmals nach Vorarlberg, ins „Ländle“. Tags darauf ging es über den Hochtannberg zurück nach Tirol. Laufradwechsel durch Betreuer war jetzt erlaubt, die Zeit der um die Schultern geschlungenen Reifen war vorbei.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1962:

Tödlicher Unfall überschattet die Tour. 

Der Steirer Anton Frisch kollidierte bei Abfahrt vom Arlberg in St. Anton mit unvorsichtigem Zuschauer und erlitt beim Sturz schwere Kopfverletzungen, an denen er zwei Tage später verstarb. Kopfschutz zu tragen war damals noch nicht üblich.

Der Wiener Walter Müller gewann bei seinem 11. Start mit 32 Jahren erstmals die Tour. Mitentscheidend war ein Mannschaftszeitfahren nach der Glockneretappe, bei dem Walter Müller in voller Stärke - mit drei Mann gegen seinen Hauptgegner, den reamateurisierten Adolf Christian über vier Minuten herausfuhr. Christian fuhr mit einem Teamkollegen ein Paarzeitfahren, seine anderen Teamkollegen hatten aufgegeben. Im Endergebnis dieser Tour scheinen nur 20 Fahrer auf.

Die Glockneretappe dieser Rundfahrt war die 100. Etappe in der Tourgeschichte.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1963:

Leibesvisitation sorgt für Negativschlagzeilen. 

Diese Aktion überfallsartig von Rennfunktionären vor dem Start zur Glockneretappe durchgeführt führte zu kabarettartigen Szenen: Fahrer versuchten den Inhalt ihrer Brusttaschen Zuschauern zuzustecken, nur bestimmte Österreicher wurden untersucht, die ausländischen Gäste durften ihre „Verpflegung“ behalten.  Adolf Christian, der von der ÖRK ohnehin nur widerwillig reamateurisiert worden war, erklärte Tourarzt, Prof.  Dr. Prokop, die Wirkung der Medikamente und wurde wie einige andere gesperrt. In der Zeitung „Express“ (5.7.1963) wurde die Liste der Pillen mit Preisangabe fein säuberlich aufgelistet. Die Verantwortung der erwischten Fahrer: „Die Pulver waren dafür, um die dünne Luft auf dem Glockner besser ertragen zu können“, „Ich habe Pulver bei mir gehabt, die ein Arzt meiner Mutter verschrieben hatte“.

Leider gab es auch auf der Schlussetappe Zores: Der Holländer Gerben Karstens und der Wiener Franz Varga erreichten eine Minute vor dem Feld Wien. Auf der Fahrt zum Ziel beim Wiener Rathaus bog zuerst Varga falsch ab, eine Gasse später Karstens. Der ortskundige Wiener fand schneller den richtigen Weg und gewann die Etappe. 

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1964:

Franz Bachmaier, als 19jähriger bei seiner ersten Rundfahrt, gibt einen Einblick auf die Erlebnisse schwächerer Bergfahrer in diesen Jahren: „ Es beginnt der 15% Anstieg zum Pass Gschütt. Die Fahrzeuge der Rennleitung, der Betreuer und der Presseleute stauen sich hinter der Spitze. Dreck und Staub liegt in der Luft. Pressefotograf Fink, immer im Porsche unterwegs, sticht den Wagen gekonnt ab und alles, was sich hinter dem Fotografen befindet, steht. Wir, die Nachzügler, haben keine Chance mehr aufs Rad zu kommen, das Hinterrad dreht durch. Wie Querfeldeinspezialisten schultern wir die Räder und entlang der Straßenböschung hanteln wir uns von Strauch zu Strauch den Berg hinauf“.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1965:

Erstmals wird eine Zielfotoanlage eingesetzt. Neu auch eine Punktewertung für den sprintstärksten Fahrer. Mit Hans Furian gewann 1965 und 1966 ein in der DDR geborener Österreicher, der in Kärnten lebt.

Im internationalen Radsport nahm man jetzt den Kampf gegen Doping auf. 1965 mussten der führende Wilhelmus Holländer, der viertplatzierte Pole Andre Blawzdin und der Glocknerkönig aus der DDR Rüdiger Tanneberg disqualifiziert werden. Die Österreichrundfahrt war durch diese Ereignisse medial auf dem Tiefpunkt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1966:

Erste Direktübertragung einer Etappe im TV. Dieses Teilstück wurde in Form eines Rundstreckenrennens auf der Wiener Stadtautobahn beim Pressehaus ausgetragen. 60 Runden zu 2,7km waren zu absolvieren. Das österreichische Nationalteam hatte eine geniale Taktik geplant. Robert Csenar sollte durch eine überraschende Attacke vier Minuten herausfahren und damit das Feld überrunden. „Dann braucht er nur noch mitzurollen“, meinte Coach Andre (Krone 4. 6. 1966). Leider war die Konkurrenz für diese Variante doch zu stark.

 

Auch 1967 und 1968 wurde diese Etappe direkt im TV übertragen.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1967:

Ein Peugeot 204 als Siegespreis zog starke ausländische Konkurrenz an. Und tatsächlich dominierten vor allem die Fahrer aus den Niederlanden. Sieger wurde „Silberlocke“ Rinus Wagtmans, der später auch als Profi sehr erfolgreich war. Die Österreicher, von Stürzen und Schwächeanfällen gehandikapt, kämpften nur mehr um die „Waschmaschinen-Wertung“, da eine Waschmaschine als Preis für den besten Österreicher ausgeschrieben war. Gewonnen hat sie Kurt Schattelbauer als Achter.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1968:

20 Jahre Österreichrundfahrt, Holländer Jan Krekels gewinnt vor Niederösterreicher Georg Postl. 

Der Italiener Emilio Sanantonio, gewinnt 3 Etappen, aber nicht die Rundfahrt. Zu viele Strafminuten, nämlich 20, hatte das „Enfant terrible“ im Laufe des Rennens gesammelt. Zum Beispiel hatte er, an der Spitze liegend, einen geschlossenen Bahnschranken überklettern wollen. Vom Rennleiter zurückgehalten bedrohte er diesen mit drohend geschwungener Pumpe. Im Ziel der letzten Etappe vor der Wiener Votivkirche kam er solo und zeigte dem Publikum demonstrativ die Zunge.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1969:

Schneefall erzwingt Abbruch, erstmals führt eine Etappe durch Südtirol.

Auf Grund extremer Wetterverhältnisse zählt diese Rundfahrt sicher zu den härtesten. Nachdem schon die Glockneretappe auf Grund des herrschenden Schlechtwetters den Fahrern einiges abverlangt hatte, kam es auf der 6. Etappe zum Abbruch: Auf der Auffahrt zum Tauernpass werden die Fahrer von immer dichter werdendem Schneefall überrascht. Zu spät wird das Rennen bei der Bergwertung abgebrochen. Diese erreicht Joop Zoetemelk als Solist. Völlig unbeeindruckt von der Kälte und vom Schnee hatte er sein Ding durchgezogen. Nicht umsonst gehört er später über viele Jahre zu den weltbesten Profis. Hinter ihm allerdings spielten sich Dramen ab: Robert Csenar, für seine Härte bekannt, schiebt vor Kälte zitternd sein Rad, der Steirer Kurt Schattelbauer wird vom Betreuer immer wieder aufs Rad gehoben, der Pole Zadrozny entert ein Polizeiauto, Wolfgang Steinmayr brüllt „Aufhören, Aufhören!“, der Wiener Füzi schreit „Mörder, Mörder!“. Nach dieser Etappe scheinen nur mehr 40 Fahrer im Klassement auf, das Endziel Wien erreichen 35 Mann – Sieger wird der Holländer Matthijs De Koning.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1970:

Mitteregger gewinnt, aber alle sprechen von „Sigi“ Denk. 

Siegfried „Sigi“ Denk galt als eines der größten Talente des österreichischen Radsport. 19Jährig sollte er in diesem Jahr die Rundfahrt gewinnen. Durch einen taktischen Schnitzer der Mannschaftleitung, aber auch eigene Überheblichkeit gelang dies nicht. Im Endziel Linz freute sich Rudolf Mitteregger über seinen ersten Rundfahrtssieg. Die Medienlandschaft aber wurde vom Bild des weinenden Jungstars dominiert. „Jetzt gibt’s nur eins – weg aus Österreicher“, schluchzte er in die Mikrophone. Zu einer Verwirklichung dieser Absicht kam es nie.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1971:

Roman „Sumse“ Humenberger unterbricht mit seinem Sieg die Dominanz von Mitteregger (2.) und Steinmayr (3.).

Der Sieg des Oberösterreicher aus Rohrbach fiel überzeugend aus. Erstmals trug ein Rundfahrtssieger das „Gelbe Trikot“ von der ersten bis zur letzten Etappe. Darüber freute sich auch der Holländer Len Jansen. Er war 1971 der erste hauptamtliche Nationaltrainer der ÖRK (Österreichischen Radsport Kommission).

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1972:

Steinmayr zum ersten Mal vor Mitteregger.

Nach Jansen hatten Österreichs Radsportler mit dem Polen Bernhard Pruski einen neuen Nationaltrainer. Er durfte sich über einen Doppelsieg freuen. Die Glockneraufahrt dieser Rundfahrt bei strahlendem Sonnenschein wurde vom TV direkt übertragen. So konnten die Fans an den Bildschirmen miterleben, wie die Spitzenfahrer beim Hochtor wie Querfeldeinfahrer durch eine kurz zuvor abgegangene Lawine stapfen mussten. Die Nachzügler erfreuten sich dann an einer geräumten Straße.     

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1973:

 25jähriges Jubiläum belohnt die ersten Drei mit Autos, Steinmayr siegt zum zweiten Mal.

Erstmals nahm auch ein Nationalteam aus Australien teil. Leider ereignete sich um dieses Team eine Tragödie. Bei der Abfahrt vom Arlberg in Richtung Vorarlberg stürzte der Australier Graham Jose in einer schnellen Kurvenkombination und rutschte unter einen stehenden LKW. Am letzten Tag der Tour kam dann die Hiobsbotschaft. Jose war seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Als Konsequenz wurde in Österreich für alle Rennen der verpflichtende Kopfschutz, damals Sturzring genannt, eingeführt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1974:

Mitteregger siegt zum zweiten Mal und wird mit einem Raddefekt zum TV-Star.

Wolfgang Steinmayr fehlte krankheitsbedingt. Rudolf Mitteregger ersetzte ihn perfekt und wurde nach einem Reifendefekt auf der Abfahrt vom Gaberl ein Medienstar. Der Betreuerwagen steckte im sich zerlegenden Feld, Mitteregger weit voran hatte sein Hinterrad ausgebaut und schrie verzweifelt: „ Wo san den dee, diese A...!“. Der begleitende TV-Wagen hielt voll auf diese Szene und ganz Österreich wusste am nächsten Tag von diesem Ereignis.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1975:

Steinmayr siegt zum dritten Mal, Duell am Glockner entscheidet die Tour.

Ein „ Bruderkampf zwischen dem Tiroler Steinmayr und dem Steirer Miteregger war diesmal programmiert. Beide Bergspezialisten hatten im Vorfeld durch gute Leistungen aufgezeigt. Die Entscheidung fiel am Glockner, inzwischen wesentliches Wahrzeichen der Tour geworden. Am Vorabend der alles entscheidenden Etappe bastelte Mitteregger an seiner Übersetzung in der Hotelgarage, Steinmayr auf dem Zimmerbalkon. Am Ende hatten beide 42x22 gewählt. Tags darauf stürmten beide Schulter an Schulter von Heiligenblut in Richtung Hochtor. Beim Hochtor krönte sich Steinmayr zum zweiten Mal zum „Glocknerkönig“. Mitteregger von einer Verkühlung gequält hatte sich völlig verausgabt. Im Tunnel des Hochtores übergab er sich. Die Tour war für ihn verloren.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1976:

Steinmayr siegt zum vierten Mal und wird damit zum alleinigen Rekordsieger „Keine Glocknerüberquerung“ - diese Schlagzeile dominierte im Vorfeld der Tour.

Bundestrainer Pruski hatte im Hinblick auf die sportliche Vorbereitung für die Olympischen Spiele in Montreal dieses Novum durchgesetzt. Und obwohl damit für die Bergfahrer ein Trumpf-As fehlte, siegte der schlaue Fuchs Steinmayr. Er verteidigte einen Vorsprung von mageren zwei Sekunden über fünf Etappen bis ins Endziel St. Wolfgang auf den Italiener Luca Olivetto.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1977:

Mitteregger siegt zum dritten Mal – auf Steinmayr-Rad.

Nachdem die Rundfahrt 1976 vom Streckenprofil eher leicht gewesen war, hatte es diese Tour in sich. Erstmals endete eine Etappe auf dem Großglockner, bei der Franz-Josefs-Höhe. Mitteregger ließ sich von der starken Konkurrenz der „Staatsamateure“ aus dem damaligen Ostblock nicht überraschen und gewann die Tour. Allerdings durfte sich auch sein Ex-Kollege und Konkurrent Steinmayr freuen. Der umtriebige Geschäftsmann hatte nämlich nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn eine eigene Rennradmarke in den Handel gebracht und freute sich natürlich über diesen Sieg auf einem nur acht Kilo schweren „Steinmayr-Rad“.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1978:

30 Jahre Österreichrundfahrt, Jubiläum mit 10 Etappen, 10 Nationen und Preisen im Wert von über 200 000 Schilling –  Jostein Wilman der erster Sieger aus Norwegen.

Mag. Karol Madaj hieß der neue österreichische Bundestrainer. Er hatte die polnischen Amateur-Rennfahrer zur Weltspitze gebracht. Jetzt sollte er mit den Österreichern die Rundfahrt gewinnen. Mit Mitteregger hatte er einen verläßlichen Kapitän. Der Steirer wollte natürlich an Toursiegen mit Steinmayr gleichziehen. Am Glockner allerding, der Berg, der ihm in der Vergangenheit immer gut gesinnt war, kam es zum Drama. Ein Wintereinbruch setzte dem gesamten Peleton arg zu, Mitteregger, immer am Gewichtslimit, stieg völlig erschöpft beim Hochtor vom Rad. Erst auf gutes Zureden von Teamchef Madaj setzte er, zitternd und durchfroren, die Fahrt fort. „Sein Berg“ hatte ihn abgeworfen. 

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1979:

Ein Sprinter besiegt die Berge- Herbert Spindler siegt unerwartet.

Als Domestik hätte der endschnelle Salzburger für Mitteregger den Weg zum vierten Toursieg bereiten sollen. Aber mit wenig Rückstand beim Hochtor belegte er im Ziel der alles entscheidenden Glockneretappe, in Obervellach, Platz drei und ließ sich auf der folgenden Schlussetappe den Sieg nicht mehr nehmen.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1980:

Norweger dominieren, Brand eines Begleitautos stoppt Schlussetappe.

Karol Madaj hatte seine Lieblingsidee durchgesetzt. Im Bundessportzentrum Südstadt trainierten zehn Spitzenradfahrer unter seiner Leitung. Auch bei der Rundfahrt vertraute er auf die „Südstadtpartie“. Nach der Glockneretappe resümierte Madaj ernüchtert, „Die Zeiten von Steinmayr und Mitteregger sind vorbei“. Denn das Rennen wurde vom Norwegerduo Digerud und Saether dominiert. Und diese Dominanz wäre noch deutlicher ausgefallen, wäre nicht die letzte Etappe auf der Soboth abgebrochen worden. Der Mikado-Kaffewagen, der über viele Jahre die Tour mit köstlichen Getränken versorgt hatte, war in Brand geraten. Wegen Explosionsgefahr musste das Feld zwei Stunde pausieren. Klasse bewies der älteste Fahrer des Feldes. Der 39jährige Wiener Rolf Eberl gewann die schwere Etappe nach Jenbach. Rolf Eberl hat an 19 Österreichrundfahrten teilgenommen und markiert damit einen einsamen Rekord.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1981:

„A star was born!“ - Gerhard Zadrobilek, ein 19jähriger Wiener, siegt bei seiner ersten Tourteilnahme.

Sieganwärter Nummer Eins war allerdings der Tiroler Helmut Wechselberger. Er besuchte zunächst das Skigymnasium in Stams und hatte erst mit 25 Jahren mit dem Radsport begonnen. Binnen kurzer Zeit war er zu einem der stärksten Rennfahrer Österreichs geworden. Nach der Glockneretappe stand die Tour jedoch Kopf. Zadrobilek hatte das „Monument“ ohne viel Zeitverlust überwunden und streifte „Gelb“ über. Der Kommentar des nie um Sprüche verlegenen Zeitsoldaten dazu: „Den Glockner habe ich bisher noch nie gesehen, aber seit heute gefällt er mir !“. Dass Wechselberger, von Bronchitis gequält, die Rundfahrt aufgegeben hatte, ging im Jubel um den neuen Jungstar, unter. Der Zuschauerandrang im Endziel Wien erinnerte an „Menapace-Zeiten“. Unbeachtet blieb auch der Versuch von Mitteregger, doch noch an Toursiegen mit Steinmayr gleichzuziehen. An „seinem“ Glockner dachte er sogar an Aufgabe, die Zeit und die Jugend hatten ihn überrollt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1982:

Der weltbeste Einzelzeitfahrer der Amateure gewinnt.

Helmut Wechselberger, im Vorfeld Sieger der Niederösterreichrundfahrt und von Wien-Gresten-Wien, ließ keine Zweifel an seiner Vormachtstellung aufkommen. Auf den Bergen immer präsent, distanzierte er beim Zeitfahren die starke Konkurrenz aus Polen, der CSSR und der UdSSR. In Wien gratulierte ihm als einer der Ersten Zadrobilek. Der Sieger des Vorjahres war ins Profilager übergetreten. Mitteregger, inzwischen im Reginalteam Steiermark, wurde als ältester Fahrer des Feldes zweitbester Österreicher.

Kurios: „Parallele“ Zieleinfahrt der dritten Etappe ins Bregenzer Radstadion.

Drei Fahrer, Wechselberger, der Russe Kopyrin und der Oberösterreicher Waltenberger sprinteten um den Sieg. Da die Einfahrt nicht exakt markiert war, erwischten Wechselberger und der Russe die falsche Bahn und sprinteten hinter den Zielrichtern neben dem Zielbogen, während Journalisten und Funktionäre erschreckt zur Seite sprangen. Waltenberger, bei der Stadioneinfahrt mit kleinem Rückstand, fuhr ordnungsgemäß auf der Bahn ins Ziel. Nach langer Diskussion durfte der Russe den Etappensieg behalten. Österreich erwies sich als freundlicher Gastgeber.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1983:

Wechselberger! - Wer sonst? - Kurt Zellhofer!

Der Tiroler war noch stärker geworden und brachte als Empfehlung den Sieg vom Giro delle Regioni, einem der bedeutensten Amateuretappenrennen mit. Aber wieder einmal kam es anders, und wieder einmal war der Glockner der Scharfrichter. Ein Schlechtwettereinbruch mit Regen und Temperaturen unter zehn Grad ließ die Glockneretappe zur Härteschlacht ausarten. Niki Rüttimann krönte sich zum ersten Schweizer Glocknerkönig. Wechselberger „erfror“, stieg vom Rad, um sich einen Anorak anzuziehen und traf mit sechs Minuten Rückstand im Etappenziel St. Johann/Tirol ein. Dieses hatte Kurt Zellhofer, ein Angehöriger der „Südstadtpartie“, als Zweiter erreicht. Schon im Vorfeld der Tour hatte er betont, dass auch er, obwohl mit Wechselberger in der Nationalmannschaft, seine Chance nützen werde. Jetzt war er war ohne am Berg anzuhalten, um eine Überjacke anzuziehen, mit leichten Zeitfahrlaufrädern durch Nässe, Nebel und Kälte zu Tal gerast. Der Lohn für diese Bravourleistung war schließlich der Toursieg. Trotzdem blieb der Wiener bescheiden: „Ich bleibe, wie ich bin. Ich habe keine Profipläne“, meinte er im Endziel Innsbruck.

Eine wichtige Funktion für eine erfolgreichen Tour übt der „Speaker“ aus. Er ist das Bindglied zu den Fans. 1983 war das zum 25. Mal Harald „Harry“ Mayer. Der Mann mit der flotten Sportmütze fand für Sportler und Fans immer den passenden „Schmäh“.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1984:

Schnellste Rundfahrt der Geschichte (44km/h/) wird für die Österreicher zum Waterloo.

Für die Österreicher, hauptsächlich vertreten von der „Südstadtpartie“, waren die Vorzeichen negativ. Vorjahressieger Zellhofer gab, von einer Lungenentzündung geschwächt, auf der zweiten Etappe auf. Der logische Favorit Wechselberger war nach einer Verkühlung nicht in Form und stieg nach einer Regenetappe ebenfalls nicht mehr aufs Rad. Herbert Spindler der „fahrende Teamkapitän“ analysierte die Lage nach der Bergankunft Pyramidenkogel, wo nur die Regionalteamfahrer Seidl und Lammer nicht „untergingen“, kurz und treffend: „Für heuer ist`s vorbei“. Mit Stefan Maurer gewann erstmals ein Schweizer die Rundfahrt. Hans Lienhart auf Rang 14 bedeutet für Österreich das schlechteste Ergebnis der gesamten Rundfahrtsgeschichte.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1985:

Die DDR kam, sah und siegte.

Mit allen Stars, wie Olaf Ludwig, der „Eddy Merckx des Ostblocks“, Detlef Macha, Doppelweltmeister auf der Bahn und Mannschaftsweltmeister Mario Kummer, war die Mannschaft aus dem Arbeiter-und Bauernstaat angerückt. Die Österreicher bemühten sich redlich die Schmach des Vorjahres zu tilgen.

Wechselberger, wieder verkühlt und nicht in Höchstform, wurde Fünfter.

Sieger Olaf Jentsch (DDR), vor Libor Matejka (CSSR), Primoz Cerin (Jugoslawien) und Viatcheslaw Ekimov, der später auch als Profi Schlagzeilen schrieb. Bundestrainer Madaj bemühte einen Vergleich aus dem Eishockeysport: „ Die Ausländer sind in der Gruppe A, Österreich gehört der B-Gruppe an. Was soll man da machen?“.

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1986:

Zum ersten Mal sind 12 Nationen am Start, Wechselberger wieder in Form.

Leo Karner, bis 1982 selbst im Rennsattel, organisierte erstmals die Tour und hatte dieses Rekordstarterfeld der besten Amateure Europas versammelt. Und Österreichs Hoffnungen ruhten auf Wechselberger. Diese Jahr spielte ihm seine Gesundheit keinen Streich. Mit einem Sieg beim Zeitfahren, seiner Paradedisziplin, übernahm er die Führung und gab sie bis ins Endziel Linz nicht mehr ab. Die Hand zum Triumph zu erheben fiel schwer, ein Sturz auf der 7. Etappe mit einer schweren Schulterprellung ließ die Sache noch zur Zitterpartie werden. Mit Infusionen, Massagen, einem Rucksackverband und von den Mannschaftskollegen bewacht, gelang schließlich dem Tiroler der zweite Rundfahrtssieg.

Übrigens: Auf Rang 54., Rückstand 31:55 Minuten, klassierte sich der Belgische Amateur Johan Museeuw.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1987:

Der Sowjet-Russe Dimitry Konychev gewinnt alle Wertungen.

Mit dem Niederösterreicher Dietmar Hauer, 19jährig, und dem Wiener Wolfgang Höfer, 20jährig, berief Karol Madaj bei seiner letzten Rundfahrt als Nationaltrainer zwei Talente für die Zukunft ins Team. Helmut Wechselberger war über eine Ansage Höfers nach der Niederösterreich-Rundfahrt erbost und hoffte als „einsamer Wolf“ im Regionalteam Salzburg/Tirol auf den dritten Sieg. Einen Strich durch alle Rechnungen machte die UdSSR. Cheftrainer Gussjanikov war mit seiner stärksten Truppe angereist. Aus dieser ragte ein schlacksiger Bursche hervor. Dimitry Konychev trug „Gelb“ von der ersten bis zur letzten Etappe und gewann überdies Berg-Punkte und Sprintwertung. Dass die UdSSR auch die Mannschaftswertung gewann, versteht sich von selbst. Wechselberger rettete als Zweiter die Ehre der Österreicher.

Kurios: Eine Etappe führte von Innsbruck nach München. Da in der bayrischen Hauptstadt keine Markierungspfeile angebracht werdern durften, wurde das Finale zur „Orientierungsfahrt“: Das Hauptfeld kämpfte sich über Wiesen auf die Rennstrecke zurück, Pressefotografen ließen sich von Taxifahrern ins Ziel lotsen. Schlimm erwischte es den Nachzügler Louis de Koning, einen Holländer. Planlos radelte er durch München, wurde schließlich samt Rad von mitleidigen Passanten in ein Taxi gesetzt und erreichte auf diese Art das Ziel. Trotz „Verlassen der Rennstrecke“ durfte er tags darauf wieder starten.

 

1988 – 1996: DIE ÖSTERREICHRUNDFAHRT GEHÖRT NUN ZU DEN BEDEUTENSTEN AMATEUR – ETAPPENRENNEN EUROPASAb 1988 bis zum Ende der Amateur-Ära 1996 sind jetzt jedes Jahr Mannschaften aus 10 bis 14 Nationen am Start.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1988:

40 Jahre Österreichrundfahrt, erstmals wird die Tour unter „Hors Categorie“ geführt, ein Auto für den Sieger, die Jungen übernehmen das Kommando. 

14 teilweise ergraute und etwas fülliger gewordene Herren stellten sich zum Gruppenfoto bei der feierlichen Präsentation der 40. Österreichrundfahrt. Insgesamt hatten sie in der Vergangenheit 39 Gesamtsiege erzielt. Jetzt galt es aber in die Zukunft zu blicken. Der neue Bundestrainer, der Slowene Franz Hvasti, hatte ein Team von Routiniers um Jungstar Didi Hauer aufgeboten. Der gelernte Tischler aus Purgstall hatte einen kometenhaften Aufstieg hinter sich und erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen. Am Berg und beim Zeitfahren Extraklasse hielt er die starke Konkurrenz, vor allem aus der DDR, auf Distanz. Das Podest im Endziel Wien beherrschten mit Sieger Hauer und den zweit-und drittplatzierten Audehm und Gottschling, beide DDR, Fahrer der Kategorie U23.

Tragisches Moment der Jubiläumstour: Harry Mayer sen., legendärer Platzsprecher der Tour, hätte zum 30. Mal für Stimmung in den Etappenorten sorgen sollen. Überraschend war er im Sommer 1987 gestorben. Sein Sohn, Harry Mayer jun., hat das Erbe des Vaters übernommen und ist seitdem ein würdiger Nachfolger.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1989:

Herzschlagfinale nach 1303 Kilometern, Managementbüro für die neuen Herausforderungen. 

Rolf Slavik, selbst Rennfahrer der 60er Jahre, übernahm als Geschäftsführer die deutlich gestiegenen Agenda der Tour. Die wohl knappste Entscheidung aller Österreichrundfahrten fiel schließlich zwischen dem Steirer Peter Lammer und dem Jugoslawen Valter Bonca auf der Schlussetappe nach Graz: Lammer fehlten fünf Sekunden auf Bonca zum Sieg, ein dritter Etappenrang hätte diese ersehnte Bonifikation gebracht. Lammer, vom Nationalteam ideal in Front gebracht, lag bis zehn Meter vor der Linie auf Siegeskurs, also Platz drei. Dann ließ er einen Kurbeltritt aus, Ledanois aus Frankreich flitzte vorbei, Lammer war Etappenvierter, der Sieg war verpasst. Valter Bonca war damit erster, aber auch letzter Toursieger aus Jugoslawien

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1990:

Zum ersten Mal sind 14 Nationen am Start, Ende der „Staatsamateure“ aus dem Ostblock, erstmals startet eine Mannschaft aus Kolumbien, auch Italien ist erstmal seit 1979 wieder vertreten. 

Der Glockner stand bei dieser Tour im Mittelpunkt. Zuerst musste er von der Salzburger Seite überquert werden. Beim Hochtor krönte sich der Kolumbianer Jose Gonzales zum ersten nicht-europäischen Glocknerkönig. Tags darauf stand ein 26 Kilometer langes Bergzeitfahren zur Franz-Josefs auf dem Programm. Mit einem Sieg legte Didi Hauer den Grundstein für seinen zweiten Toursieg. In Zukunft wollte er bei den Profis seine Klasse zeigen. Von diesen war Harald Maier zurückgekehrt. Der WM-Fünfte von 1985 rumpelte am Glockner mit einem Vollscheibenhinterrad hinter Glocknerkönig Gonzales hinterher. Gebracht hat diese Aktion auf jeden Fall großes Aufsehen in den Medien. Ein Franzose mit dem Namen Richard Virenque beendete die Tour auf Rang 26. Er sollte später als mehrfacher Bergkönig bei der Tour de France nicht nur für positive Schlagzeilen sorgen.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1991:

Erster tschechischer Toursieg, Österreicher ohne Favoriten. 

Erstmals fungierte die „Wiener Zentralsparkasse“ als Hauptsponsor. Der erfahrene Legionär Roman Kreuziger aus Pilsen beim Wiener Klub RC-Keli nützte die fehlende Routine der jungen Österreicher Peter Luttenberger und Georg Totschnig und freute sich über den Toursieg. „Retter“ der Österreicher war Albin Kern vom Team Regional 3 auf Platz vier. Originell verlief der Zieleinlauf in Tauplitz. Der Tiroler Armin Purner sprintete in einem Festzelt zum Sieg. Näher an das Publikum kann man Radsport nicht bringen. Nicht ganz in Form waren die Bulgaren. Schon in der ersten Etappe trudelten Vier von ihnen mit 38 Minuten Verspätung im Ziel Linz ein.

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1992:

Bonca feiert zweiten Sieg, TV-Auto „sprintet“ mit, Wirbel um Ex-DDR Trainer Müller. 

Die Ostöffnung zeigte Wirkung. Das russische Team war mit fünf Junioren angereist und wurde wieder nach Hause geschickt. Die Zeit der bestens vorbereiteten „Staatsamateure“ war vorbei. Wegen „UNO-Sanktionen gegen Juoslawien“ musste auf staatliche Weisung auch die jugoslawische Mannschaft das Rennen beenden. Der neue Bundestrainer Müller vertraute auf die reifer gewordenen Jungen, Luttenberger und Totschnig. Hauer war von den Profis zurückgekehrt und hoffte in einem Regionalteam auf seine Chance. Und es lief gut für Luttenberger. Nach einem Sieg in einem schweren Bergzeitfahren und mit nur wenigen Sekunden Rückstand auf den führenden Bonca, hatte er auf den letzten 2000 Metern zum Etappenziel Kundl seine Konkurrenten abgehängt. Der Fernsehwagen wollte hautnah berichten, Luttenberger saugte sich an die Stoßstange an, sauste vor dem Ziel vorbei und gewann die Etappe. Die Zielkamera lieferte ein Bild, das den UCI- Kommissar nicht erfreute: Vorne der triumphierenden Luttenberger, an zweiter Position der TV-Wagen, dann der Sprint der Gruppe um die weiteren Plätze. Luttenberger wurde am grünen Tisch an den letzten Platz der Gruppe gesetzt. Als auf einer Flachetappe eine Gruppe 15 Minuten Vorsprung herausgefahren hatte ohne Reaktion der Österreicher, kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Hauer und Teamtrainer Müller, die sich im Ziel fortsetzte. Für die Medien natürlich ein Fressen. Hauer wurde nach der Tour für drei Monate gesperrt. Bonca spielte die taktische Unzulänglichkeit der Österreicher in die Hände. Er gewann die Rundfahrt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1993:

Erstmals Etappenziel Kaunertaler Gletscher – Konkurrenz für den Glockner. 

Die Eckdaten flößten Respekt ein: 20 Kilometer Anstieg, 29 Kehren und 2750 Meter Seehöhe ließen ein schweißtreibendes Spektakel erwarten. Georg Totschnig, Tiroler aus dem Zillertal, meisterte diese Aufsehen erregende Etappe am besten. Er legte damit den Grundstein für seinen ersten Toursieg beim vierten Rundfahrtstart. Hauer, auf Platz vier gelandet, beendete seine Radsportkarriere mit den Worten: „Nach der Matura höre ich auf. Beruf und Familie sind für mich vorrangig“.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1994:

1994 – wieder 14 Nationen, Vorarlberger Harald Morscher überrascht alle. 

Erstmals nahmen Teams aus den USA, Finnland und Weißrußland teil, auch Australien war nach der Tragödie von 1973 erstmals wieder am Start. Das Team der Bergspezialisten aus Kolumbien hatte wegen Visaproblemen einen Tag Verspätung und ersparte sich den Prolog. Der Krach des Vorjahres hatte Gerd Müllers Trainertätigkeit beendet, interimsmäßig übernahm Hans Lienhart das Team. In diesem waren der inzwischen in Italien sehr erfolreiche Luttenberger, aber auch Hauer die Hoffnungen auf den Sieg. Starker Wind zerriss in der 3. Etappe das Feld und verhalf den Sprinter Morscher ins „Gelbe Trikot“. In Hinblick auf die noch anstehenden Bergetappen der „falsche“ Österreicher. Doch der Vorarlberger aus der Ringerhochburg Klaus - „dieser Sport taugt mir nicht, die haben alle so komische Ohren“ - hatte sich durch Gewichtsreduktion, Mentaltrainer und superleichtem Rennrad akribisch vorbereitet, kletterte mit wenig Rückstand zum Kaunertaler Gletscher, fuhr ein tadelloses Zeitfahren und stand im Endziel Villach als Rundfahrtssieger fest. Erstmals gab es wegen Regen und Kälte einen Fahrerstreik, das Feld blieb auf offener Strecke stehen. Der französische UCI- Kommissar ruderte mit den Händen und schrie: „Allez, allez. Messieurs!“. Nur Ex-Profi Arno Wohlfahrter nahm sich das zu Herzen und wurde zum Streikbrecher. Mit seiner Aktion hatte er allerdings die Situation gerettet, denn nun mussten auch seine Kollegen weiterfahren. Erstmals fiel auch die Glockneretappe dem Schlechtwetter zum Opfer. Morscher, schon in „Gelb“, dürfte das nicht ungelegen gewesen sein.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1995:

Die letzte Amateurrundfahrt gewinnt ein Norweger, bester Österreicher wird ein Bahnfahrer. 

Erstmals nach 1969 führte eine Etappe wieder durch Südtirol. Der norwegische Bahnspezialist, Steffen Kjaergaard, dem man in seiner Heimatstadt Hamar die Radrennbahn abgerissen hatte, zeigte auch auf der Straße seine Klasse. Er gewann die Glockneretappe und schließlich auch die Rundfahrt. Sein Ziel war, Straßenprofi zu werden. Bahnspezialist Dietmar Müller aus Österreich rettete mit Platz fünf die Ehre der Österreicher. Sein Ziel für die Zukunft war der Bahnweltcup in der Einzelverfolgung.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1996:

Die Rundfahrt ist im internationalen Kalender mit dem Kürzel UCI-Kategorie 2.5 vermerkt, erstmals „Bank-Austria-Tour“.

Ab jetzt dürfen Sportgruppen teilnehmen. Die neue Zeit beginnt auch mit einem verstärktem Engagement des Hauptgeldgebers Bank-Austria. Mapei GB, eine der stärksten Mannschaften im Weltradsport dominiert die Tour. 1996 belegen sie mit Frank Vandenbroucke und Franco Ballerini Platz eins und drei und feiern drei Etappensiege. 

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1997:

1997 feiert das Fliesenkleberteam einen Dreifachsieg nach Belieben (1. Daniele Nardello, 2. Frank Vandenbroucke, 3. Oskar Camenzind; Die Herren gewinnen auch sechs von neun Etappen).Allerdings lösen sich die Österreicher allmählich aus der „Rolle der Zuschauer“ und geben ein „sportliches Lebenszeichen“: Bahnspezialist Dietmar Müller gewinnt die 3. Etappe ins Trumer Seenland.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1998:

50 Jahre Österreichrundfahrt, Tour jetzt UCI-Kategorie 2.4, internes Duell im Hause Rabobank endet zu Gunsten von Zberg.

Ein persönliches Jubiläum feierte Rolf Slavik, zum 10. Mal fungierte er als Tourdirektor. Österreich seit 1995 mit Teamtrainer Günther Lux stellte den Profiteams weiter ein Nationalteam entgegen. Im Mittelpunkt des Medieninteresses stand aber Peter Luttenberger. Der Steirer war 1996 mit seinem Sieg bei der Tour de Suisse und seinem hervorragenden fünften Platz bei der Tour de France zu den weltbesten Radfahrern aufgestiegen, jetzt wollte er mit seinem Rabobank-Team im fünften Anlauf auch seine Heimatrundfahrt gewinnen. „Auf den ersten Etappen aufpassen, in den Bergen zuschlagen“, so lautete seine Devise. Dieser folgte auch sein Teamgefährte Beat Zberg aus der Schweiz.Am Glockner zündete der Eidgenosse ein Feuerwerk und erzielte von Heiligenblut eine Auffahrtszeit (48:37), die bis heute unerreicht ist. Im Etappenziel hatte er dem Slowenen Bonca, der als Führender auf den dritten Gesamtsieg gehofft hatte, aus dem Trikot gefahren. Aber auch Luttenberger, in der zweiten Gruppe eintreffend, war geschlagen. Peter Luttenberger, einem der besten österreichischen Rennfahrer der Nachkriegszeit, blieb der Sieg bei einer Rundfahrt versagt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 1999:

Bergankunft Kaunertaler-Gletscher - daher zum vierten Mal in der Geschichte kein Glockner.

 Einige Österreicher hatten inzwischen bei internationalen Profiteams angeheuert. So auch Georg Totschnig. Im deutschen Team Telekom war er zu einem internationalen Spitzenfahrer gereift und wollte zum zweiten Mal die Rundfahrt gewinnen. Als Finaletappe war die Kletterpartie im Kaunertal geplant, zweifellos der Höhepunkt des Jahres 1999. Allerdings entwickelte sich die Tour zu einem „Bergrennen mit sechstägiger Anfahrt“. Alle Mannschaften hatten ihre Taktik auf diese letzte, entscheidende Etappe ausgerichtet. Und tatsächlich kam es auf den letzten 26 steilen Kilometern zum großen Finale. Maurizio Vandelli, 34jährig und Legionär bei ARBÖ Stabil Graz, in seiner Laufbahn schon Zehnter beim Giro, wurde zum großen Gegner für Totschnig. Zu zweit, alle Gegner waren distanziert, kurbelten sie dem Ziel entgegen. Vandelli attackierte fünf Kilometer vor dem Ziel, Totschnig versuchte verzweifelt wieder aufzuschließen, aber es mißlang. Vandelli gewann die Etappe und die Rundfahrt vor Totschnig. Dieser meinte mit einem Seitenhieb auf seine Rennfahrerkollegen aus Österreich, die seine Klasse angezweifelt hatten: „Jetzt haben sie gesehen, wer ihr Bester ist!“.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2000:

Letzte Rundfahrt im 20. Jahrhundert steigt auf – UCI-Kategorie 2.3, erstmals Etappenziel Kitzbüheler Horn, Totschnig „erobert“ die Rundfahrt zurück. 

Vor Beginn der Rundfahrt war in Salzburg 85jährig Richard Menapace gestorben. Der Sieger von 1949 und 1950 war untrennbar mit Österreichs größter Radsportveranstaltung verbunden. Karl Pointner, einer der renomiertesten Radsportjournalisten schrieb in einem Nachruf: „Die Österreich-Rundfahrt kann 100 und 200 Jahre alt werden – der Name Menapace bleibt mit ihr unweigerlich verbunden“.

Mit der Bergankunft am Kitzbüheler Horn hatte die Rundfahrt eine neue Attraktion. Sieben Kilometer mit durchgehend 15 Prozent Steigung mit engen und steilen Kurven ließen den Glockner wieder in den Hintergrund treten. Und der Kampf zum Horn wurde wieder ein Duell Totschnig – Vandelli. Diesmal allerdings hatte der Tiroler das bessere Ende für sich. Vandelli, deutlich zu hart übersetzt, musste den Widersacher auf der letzten extrem steilen Rampe ziehen lassen. Vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse siegte Totschnig und legte den Grundstein für seinen zweiten Rundfahrtssieg. Für den Glockner hatte sich Tourchef Slavik etwas Spezielles ausgedacht. Eine zweimalige Überquerung. Die Fahrt einmal von Salzburg, dann von Heiligenblut sollte einen „Glocknerkaiser“ küren. Der Plan scheiterte genial. Bei der zweiten Überquerung rollte das Feld im Stile einer Wanderfahrt zur Bergwertung. Gottlob sprintete dann Vandelli los und krönte sich zum ersten und sicher einzigen „Bergkaiser“ des Glockners.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2001:

Ex- Mountainbiker Cadel Evans wird erster australischer Toursieger; kürzeste Rundfahrt seit 1949 durch Annulierung einer Etappe, Rundfahrt startet erstmals in Vorarlberg.

Nach der ersten Etappe hatte eine Gruppe von 12 Fahrern 14 Minuten Vorsprung, die Tour war vorentschieden. Am Kitzbüheler Horn fiel die Entscheidung. Cadel Evans, Weltcupsieger der Mountainbiker, genoss die steilen Rampen, schlüpfte ins Führungstrikot und gab es bis ins Enziel Gröbming nicht mehr ab. Eine verpasste Abzweigung auf der Etappe nach St. Michael im Lungau führte zu skurrilen Bildern im TV: Betreuer-und Rennleitungsfahrzeuge standen Kühler an Kühler und Rennfahrer rollten planlos durch die Gegend. Harald Morscher, in der Spitzengruppe korrekt unterwegs, hatte einen lupenreinen Etappensieg gefeiert. Sein Zeitvorsprung war allerdings hinfällig, die Etappe wurde für das Gesamtklassement eliminiert. Mit dem Salzburger Hans Peter Obwaller landete ein weiterer Mountain-Spezialist auf Platz zwei.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2002:

„Sunnyboy“ aus Salzburg ist wohl der lässigste Toursieger der Geschichte, 2002 ist die Tour UCI-Kategorie 2.2.

Gerrit Glomser verblüffte bei seinen zwei Siegen immer wieder den gesamten Tourtross. Er erfreute die Bürgermeister, weil er mit dem „Gelben Trikot“, auch bei offiziellen Abendempfängen bis in späte Stunden, freundlich lächelnd anwesend war. Oft verließ er als Letzter den Zielraum, da mit der Werbepartie noch ein Bier getrunken werden musste. 2002 - letzte „Bank- Austria-Tour“

Glomser hatte unerwartet am Horn das tags zuvor eroberte Führungstrikot verteidigt, und gab es eine kleine Spontanfeier, bei der er im gelben Minirock der Ehrendamen tanzte. Die steile Abfahrt vom Horn nahm er zu stürmisch und landete prompt im Stacheldraht. Um Mitternacht musste er sich noch an den Händen nähen lassen und suchte erst nach einem Schlummertrunk das Bett auf. Tags darauf hatte er um sein „Gelbes Trikot“ schwer zu kämpfen, aber es klappte. In einem kapitalen Unwetter feierte er zwei Sekunden vor seinem Salzburger Landsmann Hans Peter Obwaller in Graz seinen ersten Toursieg. Das Eröffnungszeitfahren dieser Tour gewann Fabian Cancellara, damals „erst“ zweifacher Juniorenweltmeister im Zeitfahren.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2003:

Aus „Bank- Austria-Tour“ wird „Wiesbauer-Tour“ , erstmals großes Finale auf der Wiener Ringstraße, ORF übeträgt Kitzbüheler Horn Auffahrt direkt mit Motorradkamera und Hubschrauber.

In diesem Jahr gehörte Glomser zu den Favoriten und er wurde dieser Rolle gerecht. Schon in „Gelb“ distanzierte er die Konkurrenz am Kitzbüheler Horn. Sein Teamchef packte allerdings Gerrits Rad sofort nach der Zielankunft ins Auto. Die Erinnerung an die Ereignisse des Vorjahres wirkte noch nach. Auf der Etappe nach Graz wurde es für Glomser noch eng. Er und sein Team mussten hart arbeiten, die Temperaturen der letzten Tage lagen stets über 30 Grad. Bei der Siegerehrung übernahm eine ältere Dame das Führungstrikot, Gerrits Mutter. Er selbst musste nach einem Kollaps gelabt werden. In Wien konnte Glomser als zweifacher Toursieger wieder lachen. Die letzte Etappe, erstmals als Rundstreckenrennen um den Wiener Ring durchgeführt, wurde zum Publikumserfolg. Ein würdiges Ende für eine der ältesten Sportveranstaltungen Österreichs.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2004:

 Österreich stellt zum letzten Mal eine Nationalmannschaft, Hans Peter Obwaller mit „Alternativvorbereitung“ gescheitert, Cadel Evans feiert zweiten Toursieg.

Die Ankunft auf dem „Horn“ in der zweiten Etappe stand wieder im Mittelpunkt des Interesses. Und es gab vor laufenden TV-Kameras ein „Déjà-vu“ des Jahres 2001. Cadel Evans siegte am Horn, kleidete sich in „Gelb“ und gewann schließlich die Tour. Glomser und sein Landsmann und Gegner der letzten Jahre, Hans Peter Obwaller, trafen Hand in Hand mit 9 Minuten Rückstand am Horn ein. Glomser erklärte den Rückstand mit seiner Vorbereitung auf die Tour de France. Obwaller hatte sich in einem Zelt auf dem Ergometer vorbereitet. „Ich bin Opfer meines eigenwilligen Höhentrainings“, meinte er resignierend. Die prestigeträchtige Schlussetappe in Wien, mit über 46 km/h die schnellste der Tour, gewann der älteste Fahrer des Feldes, der über 40jährige  Belgier Ludo Dierckxsens. Bester des österreichischen Nationalteams war Gerhard Trampusch als 12. Die Zeit der Nationalteams war abgelaufen.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2005:

Österreichrundfahrt heißt jetzt „Hervis-Tour“; erstmals seit den 60er Jahren wird wieder im Juli gefahren, Wetterkapriolen führen zur kürzesten Rundfahrt der Geschichte, erstmals Bergzeitfahren aufs Horn

Nach 16 Jahren hat Rolf Slavik die Kommandobrücke der Tour verlassen, sein Nachfolger heißt Franz Steinberger. Dieser musste als Tourdirektor gleich Nervenstärke beweisen. Ein heftiger Schlechtwettereinbruch erzwang auf der Glockneretappe beim Fuschertörl den Abbruch. Ausgerechnet Juan Miguel Mercado aus dem sonnigen Spanien gewann mit Schneehaube am Helm und wurde natürlich auch „Glocknerkönig“. Die Premiere, Bergzeitfahren aufs Kitzbüheler Horn, sah Gerhard Trampusch in Front, der erste Sieg als Profi für den Tiroler. Die angedachte „Königsetappe“ über Sölkpass und Gaberl schrumpfte zur Sprintetappe. Der Sölkpass versank im Schnee, am Gaberl versperrte eine Gerölllawine den Weg. In Graz schließlich rutschten einige Rennfahrer wegen sintflutartigem Regen am Hosenboden über die Ziellinie. In Wien, bei der rasend schnellen Schlussetappe, gab es eine Sensation. Jochen Summer, Profi bei Elk, bezwang im Massensprint Weltklassesprinter Erik Zabel. Mit Mercado als Gesamtsieger schien jetzt auch Spanien im Ehrenbuch der Tour auf.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2006:

Ursula Riha übernimmt Leitung der Tour, weitere Aufwertung der Tour-jetzt „Hors-Categorie“, 9 Pro-Tour Teams am Start, erstmals Einzelzeitfahren in Podersdorf. 

Die Rundfahrt wird wieder im Juli, zeitgleich mit der ersten Tour de France-Woche gestartet. Die Etappe aufs Horn, wie immer vorentscheidend, gewann überraschend Elk-Fahrer Christian Pfannberger und zog das „Gelbe Trikot“ über. Er hatte eine zweijährigen Dopingsperre mit hartem Training überbrückt. Von seinem Teamkollegen Rohregger kräftig unterstützt, verteidigte er die Führung bis Podersdorf. In diesem Ferienort am Neusiedler See wurde erstmals ein Einzelzeitfahren ausgetragen. Pfannberger landete nur im Mittelfeld. Der US-Amerikaner Tom Danielson, schon am Horn Zweiter, lieferte eine sehr gute Zeitfahrleistung und absolvierte die Schlussetappe auf der Wiener Ringstraße im Führungstrikot. Er war damit der erste Rundfahrtssieger aus den USA.  

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2007:

Wieder „Hors Categorie“, der Name „Internationale Österreich-Rundfahrt“ wird zum Markenzeichen, 8 statt wie bisher 7 Etappen,

Österreichs Fans jubelten über einen Doppelsieg am Horn in der dritten Etappe. Rohregger vor Pfannberger, beide vom Elk-Team, lautete die Reihung bis zur vorletzten Etappe. Diese war wieder das Zeitfahren in Podersdorf, das schon im Vorjahr für die Österreicher ungünstig verlaufen war. Und auch dieses Mal lief es nicht nach Wunsch. Pfannberger fiel auf Gesamtplatz vier zurück, Rohregger konnte seine Chance ebenfalls nicht nützen und musste dem Belgier Stijn Devolder den Vortritt lassen. Devolder war der erste belgische Sieger nach Frank Vandenbroucke 1996, der aber inzwischen für negative Schlagzeilen gesorgt hatte.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2008:

60 Jahre Österreichrundfahrt, zum dritten Mal „Hors Categorie“, ein Weltmeister und ein Sieger aus Österreich machen das Jubiläum zur Radsportgala, erstmals Start im Ausland, erstmals wird Auffahrtszeit auf das Horn offiziell gestoppt, Rohregger beendet den „Zeitfahrfluch“.

Der Prolog im malerischen Chiusa (Klausen) stand unter keinem guten Stern. Nach etwa zwei Drittel des Rennens sorgte ein Gewittersturm für den Abbruch und zur Annulierung des Ergebnisses. Entschädigt wurden die Veranstalter auf der ersten Etappe mit einer feinen Leistung vom regierenden Weltmeister Paolo Bettini. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden nach Chiusa fühlte sich Glomser schon als Sieger, läßt eine Tritt aus und verliert nach Zielfoto gegen Bettini. Die immer wieder viel beachtete steile Hornetappe gewann ein „Flachländer“, der Däne Chris Anker Sörensen in offiziell gestoppten 29:33 Minuten. Am Glockner sprintete Glomser nach zwei Toursiegen zum „Glocknerkönig“ und hielt sich damit für seinen Schnitzer am ersten Tag schadlos. Zum Zeitfahren kam Thomas Rohregger in „Gelb“. Seine Konkurrenten rangierten nur knapp hinter ihm und nach den Erfahrungen der letzten Jahre waren die Hoffnungen nicht groß. Doch zur Freude der zahlreichen Fans lieferte der Tiroler eine hervorragende Leistung und gewann damit als dritter Österreicher in der Profi-Ära die Rundfahrt.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2009:

Zum vierten Mal „Hors Categorie“, erstmals Endziel vor dem Wiener Burgtheater, Österreicher hoffen „nur“ auf Etappensieg.

Leider gelang das auch nicht. Die Etappen für die Sprinter und Allrounder waren fest in ausländischer Hand, das deutsche Sprintas, Andre Greipel, gewann drei Etappen, selbstredend auch die vor dem Wiener Burgtheater. Auch auf den entscheidenden Abschnitten für das Gesamtklassement gelangen den Österreichern nur Achtungserfolge. Die Hornetappe gewann der Schweizer Michael Albasini, der Glockner und die dazugehörende Etappe waren fest in holländischer Hand Der Eidgenosse zeigte in der Folge keine Schwäche und strahlte im Endziel vor dem Wiener Burgtheater im „Gelben Trikot“ des Gesamtsiegers. Stefan Denifl rettete die Ehre der Österreicher mit Platz Acht. Vielleicht hätte Elk-Fahrer Stefan Rucker auf der Etappe nach Horn den ersehnten Podestplatz eingefahren. Aber das Trio, dem er angehörte, wurde auf offener Strecke gestoppt und musste eine Stunde warten. Das Hauptfeld hatte sich mehrfach verfahren, und als alle Teilnehmer wieder eingesammelt worden waren, ging es nach einer „Standeskontrolle“ weiter. Die Luft beim Trio war draussen, in Horn siegte Greipel im Massensprint. Das Zeitfahren sorgte für Schlagzeilen, da sich Österreichs Paraderadlerin Christiane Soeder außer Konkurrenz mit den Männern messen durfte. Mit einer Zeit, die unter 111 klassierten Fahrern Platz 63 bedeutet hätte, schlug sich die Vizeweltmeisterin beachtlich.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2010:

Zum fünften Mal „Hors Categorie“, Sieger aus Italien erinnert an Marco Pantani; erstmals U25-Wertung; zu 75 Jahr Jubiläum der Großglockner-Hochalpenstraße gab es wieder eine Zielankunft bei der Franz Josefs-Höhe. 

Der Spanier Sergio Pardilla und die Italiener Riccardo Ricco und Emanuele Sella waren die herausragenden Persönlichkeiten dieser Tour.Immer wenn es steil und lang bergauf ging, war dieses Trio in Front, wobei vor allem Ricco seine Gegner mit kräfteraubendem Tempowechsel mürbe fuhr, was ihm den Spitznamen „Cobra“ eingebracht hatte. Am Horn siegte daher Ricco vor Sella und Pardilla, dieselbe Reihung ergab sich dann auch auf der Franz Josefs-Höhe. Am Berg unschlagbar kamen die Drei in dieser Reihung zum Zeitfahren. Dort hätte sich aber an dieser Reihung beinahe noch etwas geändert. Ricco, tief über den Lenker des Zeitfahrrades gebeugt, krachte in ein am Straßenrand abgestelltes Motorrad. Schnell wieder aufs Rad gesetzt, verteidigte er blutüberströmt seine Führung. In Wien vor dem Burgtheater freute sich der Italiener gezeichnet wie ein ko-geschlagener Boxer über den Gesamtsieg. Cobras beissen eben heftig zu.  

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2011:

zum sechsten Mal „Hors Categorie“, Österreich ohne Podiumsplatz, aber Sieger Kessiakoff hat österreichischen Großvater.

Rohregger, vor dem Zeitfahren unter den ersten Fünf platziert, startet ohne Transponder auf seinem Rad zum Zeitfahren und umrundet eine Kurve innerhalb der Begrenzung, was ihm beides 50 Strafsekunden einbringt. Er landet trotz des verpatzten Zeitfahrens auf Gesamtplatz vier. Fredrik Kessiakoff gewann die Hornetappe und wird - Rundfahrtssieger. Er war nach Gunnar Göransson 1957 der zweite schwedische Gesamtsieger der Tourgeschichte.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2012:

zum siebenten Mal „Hors Categorie“, erstmals Tourstart in Innsbruck, erster dänischer Gesamtsieg, erstmals 2504 Euro Prämie für den Glocknerkönig,  Giro-Sieger 2007 Danilo di Luca am Start, erstmals Bergankunft Sonntagberg: Tour de France-Stimmung in Niederösterreich. 

Der italienische Routinier zeigte am Horn, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Er distanzierte auf dem letzten Steilstück Rohregger, der nach energischer Attacke eine kleine Krise eingefangen hatte, siegte und übernahm die Führung. Auf der Glockneretappe überrumpelten jedoch die Gegner di Luca und sein Team Acqua e Sapone. Im Ziel St. Johann/Alpendorf hatte di Luca über zwei Minuten Rückstand, das „Gelbe Trikot“ hatte der Däne Jakub Fuglsang übernommen. Im Vorjahr hatten die Spitzenfahrer die Bergwertung Hochtor „emotionslos“ überquert, der Titel „Glocknerkönig“ bedeutete für die Gäste aus dem Ausland kein Prestige. Das erstmals ausgeschriebene Preisgeld kassierte samt Titel ebenfalls Fuglsang. In Wien, als Toursieger, ließ er seinen Frust über die Nichtnominierung zur Tour de France freien Lauf: „Dieser Sieg ist eine Revanche, ich habe gezeigt, in welch toller Form ich bin“. Österreichs Sieger von 2008, Thomas Rohregger, kommentierte seinen 7. Gesamtplatz so: „Die Tour habe ich am Kitzbüheler Horn verloren“. Wie wahr, am Horn kann man die Tour gewinnen, aber auch verlieren.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2013:

Schatten der Causa „Lance Amstrong“ treffen auch die Tour, Felssturz auf der Felbertauernstraße zwingt zur Umplanung.

Für das „kleine“ Jubiläum- 65. Österreichrundfahrt- hoffte man nach 2008 wieder auf einen österreichischen Sieg. Die Karten standen nicht allzu gut, hatte sich doch ein Weltklassefeld eingefunden. Am Horn, zweite Etappe und Nagelprobe, dominierte Astana mit einem Doppelsieg, allerdings nicht weit dahinter Riccardo Zoidl. Der Oberösterreicher vom Team Gourmetfein Simplon hatte sich im Frühjahr mit großen internationalen Erfolgen als der Aufsteiger des Jahres erwiesen. Zur Frage eine möglichen Rundfahrtssieges meinte er nur: „Was sollen wir als kleines Team tun gegen Astana?“. Als er aber nach dem Glockner mit weniger als einer Minute Rückstand auf Platz zwei lag, meinte er kämpferisch: „Ich kann auch ganz gut Zeitfahren!“. Und tatsächlich trat ein, was die Fans erhofften. Der Sieger des Zeifahrens war klar, war doch auch der „König des Zeifahrens“, der Schweizer Fabian Cancellara am Start. Er fegte mit einem Schnitt von 51,75 km/h über den Parcours. Zoidl fuhr bravourös und übernahm die Gesamtführung. Die rasanten Galarunden auf der Wiener Ringstraße konnte Zoidl schon als Sieger geniesen. Nach Roman Hummenberger 1971 war er der zweite Österreichrundfahrt-Sieger aus Oberösterreich.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2014:

Zum neunten Mal „Hors Categorie“, Plan: Rundfahrt direkt in Eurosport, mit Sonntagberg, Kitzbüheler Horn und erstmals Dobratsch drei Bergankünfte.

Die erste Etappe sorgte sofort für klare Verhältnisse. Zum dritten Mal endete die Fahrt auf dem Sonntagberg bei Amstetten. Pete Kennaugh vom Team Sky feierte einen Solosieg und schlüpfte ins Führungstrikot, das er trotz aller schweren Berge bis ins Endziel in Wien nicht mehr abgab. Das war vor ihm nur dem Oberösterreicher Roman Humenberger 1971 und dem Russen Dmitry Konychev 1987 gelungen. Die Hornetappe gewann der Kolumbianer Dayer Quintana, der jüngere Bruder des Tour de France Helden Nairo. Mit dem 20jährigen Oberösterreicher Georg Mühlberger krönte sich erstmals seit 2008 wieder ein Österreicher zum Glocknerkönig. Die Schlussetappe, mit einem Schnitt von 49,3 km/h die schnellste Etappe der Tourgeschichte, brachte eine erfreuliche Überraschung. In einem heftigen Gewitter schlug der Kärntner Marco Haller alle Asse und feierte den ersten österreichischen Etappensieg seit 2008. Bei der Siegerehrung wurden die gefeierten Helden vom Regen und vom Sturm beinahe von der Tribüne gespült.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2015:

Ursula Riha hat Tourleitung abgegeben, Nachfolger Wolfgang Weiss, neues Motto „Creating Heroes“, mit Victor De La Parte hat niemand gerechnet, Tour führt vom Burgenland nach Vorarlberg.

Tatsächlich war die Rundfahrt in ihrer Geschichte immer wieder Sprungbrett für große radsportliche Karrieren. Die Österreicher gab es eine bedeutende Zahl von jungen Fahrern, die sich jetzt bewähren sollten. Der Höhepunkt der Tour war sicher die sechste Etappe mit Glocknerüberquerung und Ziel Kitzbüheler Horn. Glocknerkönig wurde erfreulicherweise ein junger Österreicher, nämlich der 21jährige Felix Großschartner. Er war damit der 60. Glocknerkönig der Tourgeschichte. Am Horn jedoch triumphierte ein Spanier. Victor de la Parte distanzierte seine Konkurrenten um über eine Minute. Ex-Profi Thomas Rohregger, der inzwischen Fernsehkommentator geworden war, meinte erstaunt: „ Vor einer Woche kannte ich den Namen de la Parte als Rennfahrer noch nicht“. Der Spanier brachte das Führungstrikot bis ins Endziel nach Bregenz und versetzte seinen Teamchef Thomas Kofler vom Team Vorarlberg in einen Freudentaumel. Noch nie hatte ein Fahrer des Vorarlberger Continental Teams die Tour gewonnen. Die „Heroes“ aus Österreich: Stefan Denifl als 10. und Lukas Pöstelberger als vielumjubelter Etappensieger in Innsbruck.

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2016:

Wieder Wechsel des Tourdirektors, Schlussetappe mit Ziel auf Wiener Hausberg, Überraschungsmann Hermann Pernsteiner wird Sechster, Sieger Jan Hirt aus Tschechien

 

ÖSTERREICH RUNDFAHRT 2017:

Sieger Stefan Denifl

 

KONSTANTEN AB DEM JAHR 2000:

Kitzbüheler Horn: 2000-2017 (18x) im ProgrammTotschnig nannte es einmal „das österreichische Alpe d´Huez“2005: Bergzeitfahren, Start in Kitzbühel2016: Prolog; 500 Meter Bergsprint zum AlpenhausAcht Mal ist der Hornsieger mit dem Toursieger identisch.

Zeitfahren Podersdorf: 2006-2014
(9x)schnellste Zeit: 2012, Marco Pinotti (ITA), 24,1 km – Schnitt: 52,17 km/h
2011, Bert Grabsch (BRD), 30,1 km – Schnitt: 52,17 km/h

 

  • flyeralarm2018
  • Wiesbauer
  • mautnermarkhof
     
  • gebruederweiss 2018